Steps I´ll take

disclamer: keine der nachfolgenen Figuren ist meine! alles gehört J.K. Rolling! ich verdiene damit kein Geld! zumindestens nicht dass ich wüsste!  auch die schauplätze sind nicht meine!

 

1. Kapitel Jeder Mensch geht mit einer ihm eigenen Bestimmung durchs Leben oder der Punkt-X

 

Ich weis nicht mehr ganz genau, wann diese Gefühle für ihn angefangen haben, aber plötzlich waren sie da. Ein Teil von mir. Bestandteil meines alltäglichen Lebens.

Vielleicht passierte es damals, am Anfang meines 7. Schuljahrs auf Hogwarts. Kurz nach den Sommerferien, als er mich zum erstenmal anlächelte...

 

„Ronald Weasley! Jetzt reis dich endlich mal zusammen!“ ein Mädchen mit lockigem braunem Haar starrte einen rothaarigen Jungen aus braunen blitzenden Augen wütend an.

„Du sollst lernen und nicht auf Padmas Arsch starren!“ Hermione rollte das Pergament in ihrer Hand zusammen und schwang es um den Kopf des Rothaarigen.

 

Klatsch

 

„Aua..“ beleidigt blickte Ron auf Hermione, die vor ihm stand und ihn streng von oben herab ansah. Der rothaarige setzte seinen treuherzigsten Blick auf.

„Das wird dir auch nicht weiterhelfen Ron.“ Er sah sie noch bettelnder an. Hermiones Lippen zuckten nach oben, kurz bevor sie zum Grinsen anfing.

 

Rums!

 

Ein lautes undefinierbares Geräusch vom Eingang der Großen Halle nahm die volle Aufmerksamkeit der Beiden in Anspruch. Dort stand der Schrecken der Schule, die Ausgeburt der Hölle, die Reinkarnation von Satan.

 

Draco Malfoy!

 

Hermione lies ein missbilligendes Schnauben von sich hören, während Ron still zum Eingang blickte. Natürlich war der Herr der Hölle, oder besser bekannt als Slytherin, nicht alleine unterwegs. Eine Scharr von Schülern, natürlich alle Samt dem Hause von Salazar entsprungen, kreisten wie Geier um ihn herum, angefangen von Blaise Zabini, Satans Sohn bester Freund.

 

War Blaise zu Dracos Rechten, so stand Pansy Parkinson mit Millincen Bullstrode zu seiner Linken. Hinter ihm gingen seine Bodygards Crabbe und Goyle, auch bekannt als Blödmann mit Muskeln aber ohne Hirn I und Blödmann mit Muskeln aber ohne Hirn II.

 

Zu Dracos Füßen lag ein Junge mit blonden Haaren, der verängstigt auf den größeren und vor allem älteren hinaufsah. Dieser hatte seinen Zauberstab auf ihn gerichtet und ein diabolisches Grinsen zierte seine schmalen Lippen.

 

„Malfoy schafft es immer wieder die ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.“ Seufzte Hermione und schüttelte dabei ihren Kopf, so das die braunen Locken nur so flogen.

 

Ron nickte ihr abwesend zu. Als Draco unter Gelächter der Anderen seinen Zauberstab hob, schritt Hermione forsch auf die Gruppe zu. Als sie dort ankam, schob sie sich zwischen den Slytherin und dem am Boden liegenden Jungen.

 

Hermione hatte die Arme unter ihrer Brust verschränkt und stand mit wartendem Blick vor ihm.

 

Draco blickte von seiner Arbeit auf.

„Ah, Granger. Die Hyazinthe, die meinem Leben keinen Sinn gibt!“ säuselte er ironisch.

 

„Ah, Malfoy. Das Arschloch ohne den mein Leben einen Sinn ergeben würde!“ lächelte Sie süßlich zurück. „Es reicht. Dein Glück, das kein Lehrer hier ist. Du weist doch sicher, dass es streng verboten ist Schüler zu verhexen?“

 

„Ach, was du nicht sagst Granger! Und ich hätte schon gedacht, dass die Regeln endlich zu Gunsten meiner geändert wurden.“ Lächelte er sie süffisant an. Damit machte das ultimative Böse kehrt und rauschte aus der Halle. Hermione sah ihm, denn Kopf neigend, nach.

 

„Blaise?“

„Hmm..?“

„Was sollte das eben?“

„Mione, wenn ich das nur wüsste!“ Blaise Zabini stand als einziger noch vor ihr und blickte mit ebenfalls erhobener Augenbraue dem Sohn von Lucius hinterher. Einmal tief Luft holend sagte er: „Vielleicht sollte ich ihm folgen?“

„Das wäre wohl das Beste.“

„Mione, ..“ er drehte sich in ihre Richtung und deutete eine Verbeugung an „ hat mich gefreut.“

„Blaise, hör auf!“ lächelnd winkte sie ihm hinterher und drehte sich, als er um die Kurve verschwand, um, um zum Gryffindortisch zurück zu gehen.

 

´Seltsam, diese Slytherins heutzutage!` und ein leises Lachen entkam ihren Lippen.

„So Ron, wo waren wir stehen geblieben.. hmm“ sie nahm das dicke Buch vom Tisch und warf einen Blick hinein, dann legte sie es wieder hin.

 

„ach ja genau, beim Proteus-Zauber, also Ron, du musst den Zauberstaub sachte, ich sagte sachte Ron, also, du musst den Zauberstab sachte drei mal hin und her...... hörst du mir überhaupt zu Ron, Ron, Ron, Ron, Ron, Ron, Ron, Ron, Ron, Ron, Ron, Ron, Ron, RONALD!!!“ Hermione schloss das Buch geräuschvoll und schwang es über den Kopf des Rothaarigen.

 

Klatsch!

 

„AU! Wofür war das jetzt schon wieder.“ Empörte sich Ron.

„Das war dafür, dass du mir keine Beachtung schenkst!“ damit hob sie ihr Tasche auf und schritt forsch zur Tür.

 

 

                                                                              ~oOo~oOo~

 

 

„Draco, so warte doch auf mich!“

„Wenn du noch einen Plausch mit Granger machen musstest, ist es kein Wunder, dass du nicht hinterher kommst!“ und Draco beschleunigte seine Schritte nochmals.

„So warte doch Draco ...“ doch dieser rannte die Treppe weiter abwärts. Pansy & Co. hatten die zwei schon längst abgehängt.

„Was ist den in dich gefahren??“ Blaise hatte Draco eingeholt und zog ihn nun an der Schulter zurück.

„Da fragst du noch Blaise.“ Seufzte der Blonde.

„Du denkst an Sie oder?“ nicken von Seiten Dracos. Eine seltsame Stimmung breitete sich von Seiten des Malfoy-Juniors aus.

„Ich bekomme Sie nicht mehr aus meinem Kopf und immer dann, wenn ich versuche mich abzulenken, treffe ich auf Sie.“ Blaise drückte kurz aufmunternd seine Schulter.

„Eigentlich befürworte ich Ablenkung, aber es gibt auch noch andere Möglichkeiten wie deine Mitschüler zu quälen. Ich mein ja nur, immerhin ist Sie Schulsprecherin, da wirst du automatisch jedes Mal an Sie geraten.“

 

Draco schnaubte. „Der Bengel hat es verdient!“

„Du weißt doch noch nicht einmal seinen Namen.“ Der Slytherin blickte zu seinem Freund auf.

„Na und!? Allein seine Anwesenheit reicht schon aus.“ Trotzte er.

„Tztztz Draco, ... jetzt übertreibst du aber.“ Auf Blaise Gesicht zuckten die Lippen.

„Nein.“

„Doch.“

„Nein!“

„Doch.“

„Nein!!!“

„Doch.“

„Blaise!!!“

„Doch. ...... eh ja Draco?“

„Verarscht du mich?“

„Wer ich?“ Blaise sah sich demonstrativ im Gang um „Würde ich doch nie tun.“ Er klopfte auf die Schultern seines Freundes. „Das würde mich ja mein Leben kosten und dass mein lieber Draco ist mir sehr viel Wert!“

 

Damit schlenderte der Schwarzhaarige Richtung Slytherinkerker, mit einem fetten Grinsen auf dem Gesicht.

„BLAISE! ICH BRING DICH UM!!“

´Nein, diese Verliebten heut zu Tage, immer solche Stimmungsschwankungen!` dann rannte er los.

 

 

                                                                              ~oOo~oOo~

 

 

Leise stimmte sie ein Lied an und ihre Stimme hallte in den langen Gängen zum Gryffindorturm wieder.

 

There is nothing that competes with habit

And I knew it´s neither deep nor tragic

It´s simply that you have to have it

So you can make a killing

Oh you can make a killing

 

“Mhmmhmmhm …” summte sie weiter vor sich hin, kurz bevor sie vor dem Portrait der fetten Dame stehen blieb.

 

„Furunkel“ damit trat sie durch das geöffnete Bild hindurch.

„Ah Hermione, du kommst wie gerufen.“ Ein großgewachsener Junge mit blonden Locken kam auf sie zu. „Hast du Zeit?“

„Wenn du so fragst,   .... nein Seamus!“ lächelte Hermione.

„Gut, den wir brauchen deine Hilfe, ..“ Seamus ging auf die kleine Gruppe, die sich um den Tisch im Gemeinschaftsraum versammelt hatte, zu. „unser kleiner Freund hier, braucht dringend Hilfe!“ er zeigt auf einen, wie Hermione wusste, Zweitklässler.

 

Sein kurzes braunes Haar war wie ein Igel zu stacheln hochgegellt. Leuchtend blaue Augen die besonders hervorstanden in seinem sonst so dunklem Gesicht. Er hieß Thomas Winter. Ein netter Knabe, aber im zaubern eine absolute Niete. Er erinnerte Mione stark an Neville. Seufzend ging sie auf ihn zu und erkannte auch gleich das Problem. Erstaunt blickte sie auf den Tisch, wo etwas in Taschenbuchgröße wie wild und piepsend umhersprang.

 

„Dean?“

Hermione sah auf die kleine Gestalt, die hüpfend und mit gestikulieren versuchte ihr etwas zu sagen.

„Ein Reducion-Zauber!“ schlussfolgerte sie. „Ein Verkleinerungszauber!“

„Du hast es erfasst Hermione.“ Seamus war neben sie getreten.

„Aber...“

„Normalerweise verkleinert er nur Gegenstände und Tiere, dass haben wir auch schon herausgefunden.“ Er deutete auf ein aufgeschlagenes Buch auf dem Tisch.

„Und warum habt ihr ihn dann nicht zurückverwandelt?“

„Ähm, ähm...“ Schweigen.

„Habt ihr denn Rückerzauber nicht gefunden?“

Ein Räuspern. Weiterhin betretenes Schweigen.

„Habt ihr es versucht?“

Ein hüsteln von Seiten eines blonden Mädchen, von dem Hermione wusste, dass sie ebenfalls aus der Zweiten Jahrgangsstufe war.

„Ihr habt es also nicht versucht!“ Schlussfolgerte sie. Seamus nickte.

„Wer hat ihn überhaupt verhext? Du etwa Seamus?“ Sie sah ihn fragend an.

„Äh, nein!“

„Wer dann?“ Seamus deutete neben sich. Hermione traute ihren Augen nicht.

„Du Thomas?“ Nicken von Seiten Thomas. Erstaunen von Seiten Hermiones.

 

Schweigen.

 

„Respekt!“ Seamus glotzte Hermione an.

„Habadahabadahabadahabada... mhmpf!“

„Möchtest du ein Vokal kaufen Seamus?“

„Sehr witzig Mione.“

„Hör ich da etwa einen winzigen Funken Ironie?“

„Nein, woher auch.“ Seamus war jetzt stinkig und verschränkte die Arme vor seiner Brust.

„Kep cool. Ich erledige das Problem mal schnell o.k.?!“

 

„Hmpf...“ murmelte der Blonde in seinen noch nicht vorhanden Bart.

„Also,“ damit beschäftigte sie sich wieder mit dem Problem Dean. „wenn ihr Reducio hergenommen habt, dann vermute ich, dass der richtige Zauber einfach der dazugehörige Gegenfluch ist.“ Schlussfolgerte sie. „Engorgio.“ Sagte die Brünette laut und mit einem wedeln des Zauberstabes, wurde der kleine Dean wieder ein großer Dean.

 

„So, jetzt bist du wieder heile.“ Scherzte sie.

 

„Oh danke, ich danke dir vielmals Hermione!“ er drückte die Gryffindor einmal kräftig, bevor er fortfuhr. „Ich sah mich schon auf der Speisekarte von deinem verda... ähh ich meinem lieben süßen Katerlein! Aua, Hermione!“ lachte Dean.

 

“Ich warne dich Dean, beleidigst du auch nur noch einmal meine Katze, dann wirst du es bitte bereuen. Ich habe eine große Auswahl an Zaubersprüchen, auf die es keinen so leichten Rückruf gibt!“

 

„Ja, Ja, ich hab´s kapiert!“ grinste Dean. Hermione sah aber nicht besonders begeistert aus, sah man mal von ihren leuchtenden Augen ab.

 

Der Gryffindor drehte sich mit einem lockeren Handwink von Hermione weg und ging Richtung Ausgang. „Ey und Hermione, wenn du mal in Schwierigkeiten geraten solltest, werde ich dir mit Sicherheit helfen! Dir nicht Seamus, solltest du in der Klemme stecken, dann sieh gefälligst zu, dass dir ein anderer aus der Patsche hilft!“ Damit schritt er aus dem Eingangportal raus, hinter ihm ein aufgebrachter Seamus, der verzweifelt versuchte Dean wieder auf seien Seite zu bringen.

 

„Oh mann, die können richtig anstrengend sein, nicht wahr Mione!“

 

Die Brünette blickte neben sich. Dort stand Ginny Weasley. Mit ihren leuchtend roten Haaren und den grünen Augen sah sie genau so Weasley typisch aus, wie ihre ganze Brüderschar.

 

„Hey Mione.“ Begrüßte sie ihre Freundin.

 

„Na Gin, was machst du so an einem Samstag?“

„Mit dir in die Disco gehen!“ grinste die Weasley.

„Oh gerne, ich kann ein bisschen Abwechslung gut gebrauchen!“

„Lass dir Zeit Mione, denn ich muss eh jetzt vorher noch zum Training!“

„Ahh,.. na dann viel Spaß!“ lächelte sie, bevor sie an einen Tisch ging um ein Buch zu lesen, während Ginny nach oben in den Mädchenschlafsaal ging um sich umzuziehen. Gerade, als sich die braunhaarige Gryffindor sich einen besonders dicken Wälzer zurechtgelegt hatte, wurde ihr Name ausgesprochen.

 

„Hermione.“

„Was?“ Hermione blickte Richtung Portal, wo ein schwarzhaariger Junge mit strahlenden grünen Augen stand. Er kam mit großen, schnellen Schritten auf Sie zu. Er wirkte etwas gehetzt.

 

„Hast du Ron oder Ginny gesehen?“ fragte er ohne weitere Begrüßungsrituale. Hermione blickte ihn fragend an.

 

„Wieso?“

„Weil ich schnell einen von beiden brauche, dringend!“

„Warum?“

„Darum!“ antwortete er schon entnervt. Seine Stimme wurde dabei etwas lauter.

„Du musst nicht lauter werden Harry, ich sag´s dir auch so. Ginny ist oben im Schlafsaal um sich umzuziehen.“ Sie zeigte in die Richtung, in der ihre Freundin verschwunden war. „und wo unser aller geliebter Ron ist, weiß ich nicht. Nachdem wir heute Vormittag gelernt haben, ist er plötzlich verschwunden. Er benimmt sich schon seit Tagen so komisch, ständig verschwindet er irgendwo hin. Seltsam.“ Sie zuckte mit den Achseln.

„Na toll, ganz toll!“

„Was willst du eigentlich von den Beiden?“

„Ich kann heute nicht ins Training kommen.“

 

Harry sah Hermione aus einer plötzlichen Eingebung folgend an.

„Du könntest doch Ginny sagen, dass ich nicht kommen kann?“

„Ach kann ich das? Bist du dir da sicher, dass ich diese so unmöglich scheinende Aufgabe sicher erledigen kann?!“

 

„Hermione!!!“ er zog ihren Namen ungewöhnlich in die Länge.

„Ja, Harry!“ sie sah ihn aus unschuldigen Augen heraus an. Dann seufzte sie. „Schon gut. Ich könnte rein theoretisch Ginny sagen, dass du nicht zum Training kommen kannst.“

„Und wie sieht´s mit der Praxis aus?“

 

„Nun, du könntest es ihre selber sagen.“

„Und warum sollte ich das tun?“ er verschränkte die Hände vor der Brust.

„Weil sie direkt hinter dir steht.“ War die Antwort von ihr.

Der Gryffindor drehte sich erschrocken um. Hinter ihm stand die rothaarige Weasley und sah ihn schon fast anklagend an.

 

„Missbrauchst du Hermione schon wieder als Eule?“

„Warum sollte ich?“

„Man stellt keine Gegenfrage auf eine Frage!“

„Hä?“

„Das heißt: ´wie bitte?`.“

„Und das heißt:“ er streckte die Hand aus Richtung Eingang „´wenn du nicht sofort deinen Arsch zum Training schwingst, dann lass ich dich nächste Woche nicht mitspielen!`.“

„Na wenigsten komm ich überhaupt zum Training.“

„Ich bin der Captain! Ich kann mir es leisten einmal nicht zu kommen!“

„Wenn ich mich recht erinnere warst du, mhm, lass mich mal überlegen, noch nie da!“

„Ha mhmpf!“ Harry schnappte empört nach Luft. „Was erlaubst du dir! Ich bin der Beste in der Mannschaft, deswegen bin ich auch zum Captain gewählt worden!“

Harry schrie Ginny an, während diese bei der letzten Bemerkung wütend schnaubte.

„Harry du wirst schon wieder lauter und Ginny du kommst jetzt wirklich zu spät!“

 

„HALT DICH DA RAUS!“

 

Damit stürmte Harry mit wehenden Umhang aus dem Gemeinschaftsraum hinaus und Ginny hoch in den Mädchenschlafsaal.

 

Hermione noch leicht verwirrt, wollte gerade ihr Buch aufschlagen, als ein gepolter von der Treppe und das leise knarren der Tür ertönte.

Von der Treppe kam eine aufgebrachte Ginny, die vor Ärger rot im Gesicht war. Aus Richtung Tür kam ein angepisst aussehender Harry. Beide steuerten auf den anderen zu. Kurz bevor sie zusammen stießen, blieben beide stehen. Sie standen dicht voreinander. Ihre Nasen berührten sich fast, wobei Harry nach unten zu der fast 1-Kopf kleineren Weasley und Ginny zu ihm hoch sah. Plötzlich brüllten sie sich an.

 

„IDIOT!“

 

Damit rauschten sie an einander vorbei. Ginny nun aus der noch offen stehenden Tür und Harry die Treppe hoch zum Jungenschlafsaal.

Alle Anwesenden, die dieses Szenario mitbekommen hatten, starrten noch verwundert entweder auf die nun laut krachend zufallende Tür oder das Gestampfe von der Treppe. Von Draußen hörte man die Fette Dame laut Fluchen und Ginny hinter her rufen.

 

Hermione, die mit offenen Mund da saß, schloss nun lächeln ihre Lippen.

 

„Diese Tür ist definitiv zu!“ damit deutete sie auf das Eingangsportal vom Gemeinschaftsraum und lies ein leises Lachen aus ihrer Kehle kommen.

 

 

                                                                              ~oOo~oOo~

 

 

„Ich halte das für keine gute Idee.“ Zischte Fence Sting. Er war ein recht kleinwüchsiger Junge, mit blonden kurzen Haaren. Obwohl er Slytherin war, hatte er den Spitznamen „die Schlange ohne Zähne“

 

„Ich aber!“ flüsterte ein fast genau so kleiner Junge mit fliederfarbenen langen Haaren, die er im Nacken mit einem Band zusammen gebunden hatte. Seth Trill galt im Kerker als der Thronanwärter schlechthin und er war schon sehr heiß auf den Platz an Draco Malfoys Stelle.

 

Seth kam aus einer sehr wohlhabenden Familie, die allerdings im Süden Spanien lebte. Daher kam auch seine karamellfarbene Haut. Er war gewitzt und sehr begabt, was das Zaubern anbelangte.

 

„Wir betrügen hier.“ antwortete der Zweite ängstlich.

 

„Ach komm, reg dich ab! Du bist doch Slytherin!“

 

„Ja, aber...“

 

„Kein aber! Bist du ne Schlange oder ne Maus?“

 

Fence wollte etwas dazu sagen, doch Seth wandte sich von ihm ab. Er beugte sich nach vorne und bog den tiefhängenden Zweig des Baumes zur Seite.

 

Nun nahm er das mitgebrachte Omniglas von seiner Hüfte und sah durch es hindurch. Ein laut der Begeisterung kam aus Seth Richtung.

 

„Wir kommen gerade richtig.“

 

Damit drehte er in den Folgenden Minuten mehrmals an dem Omniglas hin und her.

 

 

                                                                              ~oOo~oOo~

 

 

Geliebter Sohnemann,

 

`Das meine Mutter es aber auch immer übertreiben muss!` naserümpfend las Draco den Brief seiner Mutter weiter.

 

schon lange habe ich dir keinen Brief mehr geschrieben.

 

`Und was sollte das letzte Woche gewesen sein?`

 

Ich hoffe für dich, dass du endlich deine Traumfrau findest um mit ihr den Bund der Ehe einzugehen.

 

`Tz...`

 

Du solltest dich bald für ein Jungfrau entscheiden, denn die Zeit ist reif dafür.

 

`Oh bitte, nicht wieder diese alte Leier!` doch er las weiter.

 

Denke immer an die Worte, die ich dir damals gesagt habe, als du mich nach deiner Bestimmung gefragt hattest.

 

`Vorsicht, jetzt fängt sie gleich das schwafeln an.`

 

Oh, ich weis es noch genau, als währe es gestern gewesen, du kamst zu mir, weil dich dieser böse Nachbarsjunge schon wieder verprügelt hatte und ....

 

`O.K. diesen Absatz werde ich mal gefliest überspringen!!!` leise grummelte der Blonde vor sich hin. `Außerdem wahr Gerit sechs Jahre älter als ich!`

 

...du saßest auf meinem Schoß...

 

`Noch ein wenig...`

 

...und dann erzählte ich dir...

 

`Ja, ich bin kurz vorm Ziel.`

 

... Also denke immer daran, was ich dir an diesem Tag erzählt habe.

Deine über alles geliebte Mutter

 

`Woher will sie wissen, was ich für sie empfinde!` Trotz das er seiner Mutter böse

 über die letzte Bemerkung war, musste er eingestehen, dass sie recht hatte. Unweigerlich musste er bei ihren Worten in dem Brief nachdenken. Dabei wollte er nicht nachdenken, denn jedes Mal schweiften seine Gedanken dabei ab...

 

Zwei Körper, intensive Küsse, süße Düfte, brünettes Haar...

 

„Aaargghh..!“ rief er aus. Dabei sprang er vom Stuhl auf. „Ich will doch nicht daran denken!“ haareraufend verfluchte er nochmals seine Mutter und seine Gedanken.

 

Nach dem er sich etwas beruhigte lies er sich seufzend wieder auf den Stuhl fallen.

 

`Ich brauch dringend Ablenkung!` stellte er nüchtern fest.

 

Damit stand er wieder auf. Räumte seine Sachen vom Schreibtisch. Das Schulzeugs schmiss er achtlos in seine Tasche. Den Brief von Narzissa legte er aber sorgfältig zusammengefaltet in seinen Schub neben dem Bett.

 

Nun, da alles sauber aufgeräumt war nahm er seinen Umhang, warf ihn sich über und stolzierte ganz Malfoy-like aus dem Slytherinkerker.

 

 

                                                                              ~oOo~oOo~

 

 

„Merlin, war diese Training anstrengend!“ stöhnte Susan Mayer und öffnete ihren Haarknoten, sodass ihre blonden Locken über ihre Schulter fielen.

 

„Wenn´s dir nicht gefallen hat, dann hättest du dich nicht fürs Team bewerben sollen!“ schimpfte Ginny Weasley. Auch sie löste ihr feuerrotes Haar aus dem strengen Zopf.

 

„So war das nicht gemeint. Bist du immer noch sauer auf vorhin?“ Susa ist stehen geblieben.

 

„Neihhnnnn!“ war die sarkastische Antwort.

 

„Och komm schon Ginny, ich hab doch gesagt, dass es mit leid tut.“

 

„Ich wäre beinahe vom Besen gefallen! Von deiner Entschuldigung kann ich mir auch keinen Aero 6000 kaufen!“ schrie sie die Blonde an, die daraufhin erschrocken zurückwich.

 

„Ja, Ja. ´tschuldigung.“ Murmelte sie.

 

„Ich gehe duschen!“ wütete die Gryffindor weiter.

 

„Ist sie immer noch sauer?“ Alician war zu ihr getreten.

 

„Kopf hoch.“ Muntertee sie sie auf. „Eigentlich war es mein Fehler, ich hätte nicht vorschlagen sollen, dass du es mal probierst mit dem werfen.“

 

Susan sah Alician traurig aus ihren dunklen blauen Augen an.

 

„Ach Mädchen, du bist natürlich spitze, aber der Wurf ist nun mal noch ein bisschen zu viel für dich. Aber es ist ja nichts passiert.“ Alician nahm die jüngere in die Arme.

 

 

                                                                              ~oOo~oOo~

 

 

We'll do it all
Everything
On our own

We don't need
Anything
Or anyone

If I lay here
If I just lay here
Would you lay with me and just forget the world?

Sang Hermione melancholisch während sie wieder einmal durch die Fluren von Hogwarts ging. Sie musste ihren abendlichen Rundgang machen. Blaise und sie teilten sich die Arbeit des Schülersprecheramtens in Wochen ein. Dieses mal war sie dran.

 

Sie hatte sich es dabei in letzter Zeit angewöhnt immer zu singen. Besonders traurige oder sadistische Lieder über die Liebe lagen ihr zurzeit besonders am Herzen. Doch heute würde sie nicht darüber nachdenken. Heute würde sie endlich mal diese eine Sache vergessen und mit Ginny die Disco genießen.

 

Doch zuerst musste sie noch ein paar Leuten Hauspunkte abziehen. Vorzugsweise Slytherins natürlich.

 

Und schon nach nicht all zu langer Zeit schien es schon soweit zu sein.

 

Hermione geisterte nun schon sein einer Stunde in dem riesigen Schloss umher. Ihre Laune ging weiter gen gefrieren. Die Wache dauerte zwar nur nochmals ein weitere Stunde, aber sie hatte bis jetzt nur einem Hufflepuff, zwei Ravenclaws und zum übel aller anwesenden auch drei Gryffindors Punkte abziehen müssen. Das befriedigte sie natürlich beiweiten nicht so, wie ein paar Slytherins die Pastete zu verhexen.

 

Sie ging also schlecht gelaunt noch eine knappe Stunde so weiter. In der nichts wesentliches passierte, außer das Peeves versucht hatte sie mal wieder frühzeitig ins Jenseits zu schicken, in dem er ihr charmant wie er war eine Rüstung vor die Füße warf. Doch auch davon ließ sie sich nicht beeindrucken.

 

Was sie jedoch stutzig machte, waren die Merkwürdigen Geräusche im 3. Stockwerk auf der Ostseite. Sie hörte eindeutig Personen. So wie es klang, wahren es sogar mindestens zwei davon.

 

Händereibend ging die Brünette zielstrebig auf sie zu. Sollten es zwei Slytherins sein, würde sie diese mit ordentlichem Punkteverlust auf direktestem Weg in den Kerker schicken. Sollten es jedoch zwei Gryffindor sein, müsste sie spontan entscheiden. Also nach Aspekten wie: wer ist es, was tuen sie und noch derer mehrere.

 

So ging Hermione weiter. Die Geräusche wurden definitiv lauter. Sie glaubte so etwas wie rascheln gehört zu haben. Auch konnte sie Geflüster ausmachen.

 

Leider konnte sie immer noch nichts sehen. In diesem Teil des Schlosses waren die Fackeln heute defekt gegangen. Dumbledore wollte aber noch nicht heute den Zauber erneuern. Blaise und Hermione bestanden auch nicht wirklich darauf. In diesem Korridor lag sowie so nichts bedeutendes.

 

Jetzt konnte sie schon deutlich hören, das es zwei Personen waren. Aber trotzdem waren die Geräusche für Hermione schon sehr komisch. Die eine Person keuchte so abgehackt, wie als ob sie keine Luft bekam. Während von der andern Person schon irgendwie Sätze kamen. Zumindest hatte sie so etwas wie

 

„Is schon gut..“

 

oder so verstanden.

 

`Die werden sich wohl nicht gegenseitig umbringen!` schoss es ihr plötzlich durch den Kopf. Vorsichtshalber zückte sie trotzdem ihren Zauberstab. Forsch schritt sie weiter. Die zwei Personen am Ende des Ganges schienen ihre leisen Schritte nicht zu stören. Oder sie hörten sie einfach nicht.

 

Kein Wunder, Hermione hatte auch auf ihre Schuhe einen „Anpirschzauber“ gelegt. Immerhin wollte sie doch heute Abend so viele Slytherins wie möglich Punkte abziehen.

 

Aus diesem Grund hatte sie bis jetzt auch noch keinen Lumos gesprochen. Auf frischer Tat ertappen ist viel lustiger.

 

Inzwischen konnte sie sogar etwas wie Umrisse erkennen. Das Keuchen war nun laut genug, dass Hermione es irgendwie nicht mehr beängstigend in dem Sinne empfand, dass derjenige gleich abgeschlachtet würde. Es hörte sich eher....

 

„Ist schon gut, lasse dich einfach fallen.“ Flüsterte die eine Stimme der anderen sanft zu. Hermione erkannte langsam, dass diese sehr klein sein musste.

 

„Wie bitte schön soll ich mich bei so was fallen lassen!“ wisperte die andere keuchend, aber sehr verärgert der einen zu. „Ich hab dir schon gesagt, dass mir das nicht gefällt! Ich mach das jetzt alleine! Urgghhh mhhhmm...“ Hermione wunderte sich über das Gespräch, aber noch mehr darüber, was die größere Person, zumindestens meinte sie, dass sie größer sei, nun für Geräusche von sich gab.

 

Sie klangen irgendwie LUSTVOLL!!!!

 

`Oh mein Gott!!!` jetzt erkannte sie auch, dass die größere Person an der Wand stand, während die andere Person in eindeutiger Pose vor ihr kniete. Das erschreckende dabei war, dass Hermione beide Stimmen als eindeutig männlich erkannt hatte. Was ihr auch in den nächsten Worten des einen knienden bestätigten.

 

„Zum Ersten sage ich dir dass du das nicht alleine hinbekommst, der ist jetzt viel zu steif! Zum Anderen .... gefällt dir das allgemein nicht, oder nur nicht weil ich ein Junge bin?“

 

Bevor er die Antwort des Partners bekam, beugte sich auch schon der kniende Richtung Schoß hinunter. So wie Hermione dass sah, gefiel diese Prozedur beiden. Irgendwie. Der Eine gab ab und zu mal so eine art Schmatzgeräusch von sich, während der andere so wie so ununterbrochen keuchte, mit kleinen Stöhnern dazwischen. Als dann der Eine auch noch ein ersticktes Schreien von sich gab, wusste Hermione genau was passiert war.

 

Doch sie war schon längst auf dem Weg in die andere Richtung. Irgendwie wurde ihr ziemlich warm und das lag bei weitem nicht nur an dem schnellen Sprint, den sie bis zum Eingangportal durchhielt.

 

Dort angekommen lies sie sich erst einmal an einer Wand herabsinken. Doch sollte diese kleine Abenteuer nicht das letzte an diesem Tag sein.

 

Merlin lies ihr heute einfach keine Ruhe.

 

„Granger!“ schnarrte es dicht neben ihr.

 

Mit einem Aufschrei stieß sie die Geräuschquelle entsetzt um.

 

Plums.

 

Ein dumpfer Schlag, ein Gehfluche und einer sauerer Blondschopf tauchte vor ihrem Sichtfeld auf.

 

„Bist du des Wahnsinns Granger?“ Satans Ausgeburt der Hölle stand vor ihr und blickte sie Todesengel gleich an.

 

„Nein, aber du!“ feuerte sie zurück. Ihr Herz pumpte heute zum Zweiten mal massig an Adrenalin durchs Blut. Und das mit einer Geschwindigkeit, bei der jeder ICE wie eine Flubberwurm aussehen würde im Gegensatz zu ihr. Ihre Wangen glühten und ihr Gesicht wirkte angespannt und verärgert.

 

„Willst du mich beleidigen?“ zischelte er sie an.

 

„Immer doch!“ giftete sie.

 

„Treibs nicht zu weit Granger!“

 

„Mit dir würds nicht einmal ein Thestral treiben!“

 

„Schlammblut!“

 

„Schwachkopf!“

 

„Gryffindor!“

 

„Slytherin!“

 

Und dann passierte das unglaublichste auf der Welt. Lachen. Hermione glaubte sich verhört zu haben. Sie blickte auf. Draco lachte tatsächlich. Aber er lachte sie weder aus, noch wirkte das Lachen gespielt oder böse. Er lachte eben einfach. Ehrlich. Aufrichtig. Zum mitlachen.

 

Und sie lachte. Lachte mit ihm, ihrem größten Feind in ganz Hogwarts.

 

Nachdem er sich wieder beruhigt hatte, reichte er ihr seine Hand. Misstrauisch, aber trotzdem dankbar nahm Hermione die Gestik an. Sie lies sich von ihm aufhelfen. Mit einem Ruck zog er sie nach oben. Durch den Schwung den er entwickelte, stand sie danach unmittelbar vor ihm. So nah war sie ihm noch nie gewesen und eigentlich wollte sie auch nicht wirklich wieder solchen Körperkontakt mit Männern eingehen. Nicht nachdem Viktor....

 

„Na, was ist Granger?“ fragte er sie spitzbübisch. Er griff um sie und schloss sie fest in seine Arme.

 

Anstatt die gewünschte Reaktion von Hilflosigkeit in ihren Gesicht zu sehen. Erkannte er einen anderen Ausdruck, denn er nur all zu oft selbst hernahm. Hinterhältigkeit. Eiskalter Blick. Grausamkeit.

 

„Dreißig Punkte Abzug von Slytherin, wegen Beleidigung und unsittliche Berührung der Schulsprecherin!“

 

Verblüfft ließ er locker. Hermione konnte sich befreien. Sie machte auf den Absatz kehrt und rauschte mit wehenden Umhang davon.

 

Zurück blieb ein staunender aber grinsender Draco. „Oh geliebte Mutter, wie recht du doch mal wieder hattest.“

 

 

                                                                              ~oOo~oOo~

 

 

Leises Knacksen ertönte, als Ginny ihren Kopf von rechts nach links wiegte.

 

„Aua.“ Murmelte sie leise und faste sich ins Genick. „Das hätte böse ausgehen können.“

 

Alician und Susan waren schon weg. Ginny hatte sich vorher noch bei der Blonden entschuldigt. Die Rothaarige wollte ja nicht, dass die Sechstklässlerin zu sehr verbittert zurück ging.

 

Nun saß Ginny also alleine in er Umkleidekabine und massierte sich den Nacken. Zu mindestens versuchte sie es. Richtig rankommen ging leider nicht.

 

`So ein Mist.`

 

Ginny seufzte auf. Es hatte keine Sinn. Sie würde wohl Hermione fragen müssen, ob sie ihr beiden Schmerzen weiter helfen konnte.

 

Sie wollte gerade aufstehen, als sich die Tür öffnete.

 

`Na toll, ganz toll. Der hat mir gerade noch gefehlt!`

 

„Was machst du hier?“

 

„Die Frage ist wohl eher, was du hier machst. Immerhin ist das Training schon lange vorbei. Erstaunlich, dass du überhaupt noch den Weg zum Quidditchfeld weißt, oder hast du dich verlaufen Harry?“ sie war schon leicht genervt, denn zu ihren Nackenschmerzen gesellten sich langsam aber sicher auch Kopfschmerzen dazu.

 

Harry kam auf sie zu.

 

„Das geht dich nichts an!“ fuhr er sie barsch an.

 

„Oh, tut mir leid Herr König Merlin von Merkwürdighausen. Ich wollte sie nicht ansprechen. Bitte verbrenne sie mich nicht!“ entnervt stand sie auf. Dabei wurde ihr kurz schwarz vor Augen. Stöhnend massierte sie sich ihre Schläfen.

 

„Hä?“ Harry starrte sie an.

 

„Das heißt `Wie bitte?`. Merks dir!“ Sie schnappte sich ihren Besen und wollte zum Eingang gehen. Leider bewegte sie sich dabei etwas zu schnell in ihrem Zustand.

 

Ginny blieb stehen und faste sich an die pochende Stirn. Eigentlich war es nicht schlimm, doch wollte sie nichts riskieren, als sich alles in ihrem Kopf ein wenig drehte.

 

„Geht’s dir gut?“ fragte Harry nüchtern und starrte sie mit vor der Brust verschränkten Armen an.

 

„Wenn du so fragst, nein!“ schimpfte sie.

 

„Na dann ist´s ja gut.“ Ironie. Sarkasmus. Er brachte sie schon wieder auf die Palme.

 

Sie wirbelte herum, wollte etwas sagen, doch ihr wurde, oh wunder was, schon wieder schwarz vor Augen. Leicht wankte sie. Den Besen lies sie auf den Boden fallen. Faste sich statt dessen an den jetzt dröhnenden Kopf.

 

„Ohhhh,... nicht gut.“ Flüsterte sie.

 

Plötzlich bemerkte sie zuerst einen Körper vor sich. Dann Hände, die sie bestimmt, aber nicht brutal auf die Bank dirigierten. Sie setzte sich.

 

„Atme einfach tief durch.“

 

Sie gehorchte. Sprach Harry doch einmal ruhig zu ihr.

 

„Besser?“

 

„Na ja, dass drehen hat auf gehört. Das Pochen ist auch fast weg...“ Ginny sah hoch. Der Schwarzhaarige sah sie misstrauisch an.

 

„Aber?“

 

„...Ach .... nichts....“ murmelte sie.

 

Er zog eine Augenbraue nach oben. Sollte wohl heißen Ich-glaubs-dir-gleich.

 

„Es ist nur...“ Ginny sah weg. Dabei knackste es wieder gefährlich.

 

„Was?“ er fasste sie am Kinn und drehte sie wieder zu sich. Sein Ausdruck sagte ganz deutlich:

 

Sag es!

 

„Ach ich hatte heute einen kleinen Unfall beim Training. Alician hat vorgeschlagen, dass sie bei unserem speziellen Wurf als Tarnung manchmal kurz bevor sie zu mir wirft zu Susan werfen sollte. Susan sollte dann eigentlich den Quaffel zu mir werfen.“

 

Harry ahnte schon was gekommen sein musste.

 

„Naja. Ich war eigentlich nicht damit einverstanden, aber ein Versuch schadet ja nicht. Gesagt getan. Wir haben es also so gemacht und Susan hat den Quaffel geworfen. Leider hat sie etwas zu spät geworfen. Denn Quaffel hab ich nicht erwischt, er mich aber am Kopf.“

 

Ginny seufzte.

 

„Das Ende vom Lied war, dass ich beinahe den Besen nicht wieder erwischt hätte. Dabei muss ich mir wohl ein wenig das Genick verrenkt haben. Außerdem glaube, hab ich mir zu allem Übel auch noch den Kopf zusätzlich am Besen gestoßen.“

 

Sie zuckte mit den Schultern.

 

Harry ließ in des ihr Kinn los. Ginny seufzte noch einmal auf, wollte heute ein zweites Mal am Tag versuchen von der Bank hoch zu kommen, doch auch dieses Mal wurde sie von Harry zurück gehalten.

 

Der Gryffindorheld sah Ginny nicht an, als er sie wieder auf die Bank drückte und sich neben sie setzte.

 

Die rothaarige Weasley sah in ungläubig und misstrauisch an, als er etwas näher rückte.

 

„Zieh deinen Umhang aus!“ forderte er.

 

„Hääää?“ schrie sie.

 

Ein Grinsen zeichnete sich auf seinen schmalen, sinnlichen Lippen ab. „Das heißt `wie bitte?`. Lernst du das den nie?“

 

Er streckte seine Hände aus um den Knopf von Ginnys Umhang zu öffnen. Die Reaktion von ihr war eindeutig. Sie schlug seine Hand weg, nach dem er en ersten Knopf an ihren Kragen geöffnet hatte.

 

Harrys Grinsen wurde eine Spur breiter. Außerdem erschien in seinen Augen zusätzlich ein Funkeln.

 

Ginny hingegen sandte Todesflüche zu ihm zurück. Doch knöpfte sie ihren roten Umhang weiter auf.

 

„und jetzt?“

 

Als sie fertig war und ihren Umhang neben sich auf die Bank gelegt hatte, sah sie ihn fragend an.

 

„Nun ja,..“ Harry sah an Ginny herab. “eigentlich würde ich mir wünschen, wenn du dich noch weiter ausziehen würdest, aber..“

 

„Spinnst du?“ Sie sah Harry entsetzt an.

 

„Warte!“ Ginny wollte aufstehen.

 

„Wieso sollte ich warten. Auf was? Darauf, dass du meinen Stripptees noch weiter auszudehnen gedenkst. Darauf..“

 

Schmetterte sie ihm entgegen. Das Pochen im Kopf ignorierend.

 

Harry jedoch blieb ganz ruhig und legte eine Hand auf ihren Mund.

 

„Wenn du mich ausreden lassen würdest, dann hätte ich dir schon längst erklärt, dass ich dich nur massieren möchte.“ Ginny sah ihn geschockt an. „Warte, vielleicht habe ich mich etwas Falsch ausgedrückt. Du hast Nackenschmerzen Bist wahrscheinlich verspannt oder so. Ich massiere dir etwas den Nacken, dann gehen wir zu Hermione und die gibt dir einen Trank gegen die Kopfschmerzen. O. k.?“

 

Er löste langsam seine Hand von ihrem Mund. Ginny starrte ihn zwar immer noch wütend an, nickte aber zustimmend.

 

„Gut, dann dreh dich um!“

 

Harry schwang ein Bein über die Bank, damit er rittlings auf ihr saß. Ginny deutete er an, sich vor ihn zu setzen.

 

Langsam zog auch Ginny ein Bein über die Bank. Versuchte Harry aber noch durch Blicke zu töten.

 

Das Schmunzeln von dem Gryffindorheld sah sie nicht mehr.

 

Harry wollte schon seine Hände Richtung ihres Rückens gehen lassen, als Ginny ihren Pullover hoch hob. Sie zog ihn über ihren Kopf und schlüpfte anschließend mit den Armen heraus. Danach legte sie ihn vor sich hin.

 

Der Schwarzhaarige sah erstaunt auf Ginnys schlanke Kehrseite. Sie trug jetzt nur noch ein Trägershirt. Pink. Ein pinkes Shirt. Ein leises Lachen konnte er sich nicht verkneifen. Mädchen.

 

Ginny bemerkte es Merlin sei Dank nicht.

 

Harry streckte seine Hände aus und berührte sie an der nackten Schulter.

 

Vor Schreck wich sie ein Stück zurück.

 

„Deine Hände sind eiskalt.“ Sagte sie als schmähliche Antwort darauf.

 

Ausnahmsweise ging er einmal nicht darauf ein. Er widmete eher seine Aufmerksamkeit Ginnys Hals. Langsam glitt er hinauf, bevor er ihre Haare zur Seite strich.

 

Dann fing er an, mit seinem Daumen sich vorsichtig an ihren Halswirbeln auf und ab zu bewegen. Sanft baute er Druck auf.

 

Bis Ginny kurz wieder zuckte.

 

„Zu fest?“ fragte er.

 

„Nein, das tut gut so...“ antwortete sie.

 

Er bewegte seine Hände weiter hinab. Bei ihrer Schulter angelangt massierte er sie dort eine ganze Weile.

 

Manchmal verstärkte er den Druck, dann wurde er wieder sanfter. Mal massierte er nur mit den Daumen und mal knetete er mit der gesamten Handfläche ihre Schultern.

 

Seine Hände taten so gut. Ginny konnte ein seufzten nicht unterdrücken.

 

Harry strich mit Druck wieder ihren Hals hoch, bis zu ihrem Haaransatz. Plötzlich versteifte sie sich. Er bemerkte, wie verspannt sie an der Stelle war und massierte diesen Punkt besonders intensiv.

 

„Nein, nicht da..“ wisperte sie so leise, dass er sie nicht verstand.

 

Er beugte sich zu ihr hinab, als ein weitere etwas lauterer Seufzer von ihr kam.

 

„Was?“ unbewusst massierte er den Punkt bei ihrem Haaransatz weiter.

 

„Nicht da.“ Flüsterte sie, sich um Fassung ringend.

 

Hitze baute sich in ihr auf. Sie legte unbewusst den Kopf etwas zurück und drückte fester gegen seine Hände.

 

„Warum nicht?“

 

Harry beugte sich zu ihrem Ohr hinab. Rutschte näher zu ihr hin. Eigentlich wusste er nicht, warum er so auf ihr leises keuchen und seufzen reagierte. Doch er wollte, konnte nicht aufhören. Irgendetwas musste es mit diesem Punkt an ihrem Hals zu tun haben. Also massierte er dort weiter.

 

„ah hah...“ keuchte Ginny.

 

Er hörte nicht mit seiner Tätigkeit auf. Auch nicht, als Ginny den Kopf zur Seite warf und ihm in die Augen sah. Harry merkte unterbewusst, dass ihr Blick verklärt und abwesend wirkte. Ihre Lippen waren ihm leicht geöffnet dargeboten. Er füllte sich plötzlich von ihrem Gesicht magisch angezogen. Konnte nur noch ihre roten Lippen anstarren.

 

Und langsam beugte er sich weiter vor. Er konnte schon ihren leicht keuchenden Atem auf seinem Gesicht spüren. Kurz bevor er endgültig die Kontrolle über sich verlieren würde, sah er noch einmal in die wunderschönen Augen von Ginny. Dann schloss er auch den letzten Abstand zwischen ihnen...

 

„HARRY JAMES POTTER!!! Was gedenkst du da zu tun?“

 

 

 

Ende Kapitel 1

 

Fortsetzung folgt

 

 

23.10.13 20:29, kommentieren

Kapitel 2

 

Ich liebe mein Leben. Es ist so, …. So…. kompliziert! Da saß ich nun, gefesselt und geknebelt, konnte mich weder rühren, noch sprechen, wobei Zweiteres mit Sicherheit viel Schlimmer war.

 

„Gut gemacht Mr. Bond.“ Lobte die ergraute Oma den Casanova. So habe ich ihn insgeheim neu getauft. Bond, wer heißt schon James Bond.

 

„Und jetzt zu dir Fräulein..“ damit wandte die Frau sich zu mir um. Ich bekam sogleich ein klein wenig ungutes Gefühl in der Magengegend.

 

„WAS HAST DU DIR DABEI GEDACHT!“ ich wusste es. „DU BRICHST HIER EIN, ÜBERLISTEST MEHERER WACHLEUTE UND DAS SCHLIMMEST IST, DASS WIR SCHON WIEDER EIN NEUES ÜBERWACHUNGSPROGRAMM INSTALLIEREN MÜSSEN! ALSO, WAS HAST DU DIR DABEI GEDACHT!“ sie sah mich anklagend an.

 

„ANTWORTE MIR!“

 

Ich will mich ja wirklich nicht beschweren, aber wie soll ich ihr antworten, wenn mein MUND ZUGEKLEBT IST!? ich versuchte ihr durch gestikulieren und merkwürdigen Geräuschen verständlich zu machen, dass ich ihr nicht antworten kann.

 

„hach,… du machst mich fertig C.J.!“ sie fasste sich seufzten an die Stirn. „das ist schon das dritte Mal dieses Jahr, das du hier einbrichst, wie soll das nur weiter gehen?“

 

Boah ey, SIE wollte doch das ICH komme, SIE wollte doch, das ICH ihr wieder helfe, SIE hat MIR nicht das Tor geöffnet und da regt SIE sich auf und außerdem, war es schon das vierte Mal in diesem Jahr.

 

Ein Grinsen zog über meine geschlossenen Lippen und verzerrte das Klebeband. Hat wohl unser kleiner General das letzte Mal als ich eingebrochen bin es ihr verschwiegen, nein nein nein nein, so ein böser, böser General.

 

Memo an mich selbst:

 

´Unseren kleinen General auf diese Sache aufmerksam machen und dann so richtig schön erpressen!! muahahahaha`

 

„Du bringst mich noch ins Grab C. J.!“ damit ging sie den Kopf schüttelnd aus dem Zimmer. Ich wollte schon erleichtert ausatmen, als sich die alte Frau sich nochmals umdrehte.

 

„Ach und Mr. Bond, bevor ich es vergesse, darf ich vorstellen, C. J.. Ihre neue Kollegin. Ich hoffe doch, ihr werdet euch nicht gegenseitig die Köpfe abhacken.“

 

WWWWWWWAAAAAAAAASSSSSSSSSSSSSS??????

 

                                                               ~oo~oo~oo~oo~

 

Das werde ich dieser alten Greisin irgendwann einmal heimzahlen. Irgendwann, in meinem späteren Leben, wenn ich groß bin, jawohl jaha!!

 

Die Tür zum Büro war gerade mal zwei Sekunden geschlossen, als auch schon dieser möchte-gerne Casanova sich zu mir umdrehte und so ein widerliches Grinsen aufsetzte.

 

„Oh so ein schönes Köpfchen werde ich mit Sicherheit nicht von seinem wunderschönen Besitzer trennen! Ich freu mich schon, auf unsere Zusammenarbeit, Kleine.“

 

Er kam mir schon wieder Nahe, zu nahe. Ich versuchte mich ein weiteres Mal von diesem blöden Fesseln zu lösen, aber auch der Versuch Zwei scheiterte kläglich. Ich tat mir nur selber weh.

 

Ich dachte mir, dass er wieder so eine Nummer wie vorhin abzog, doch da lag ich kläglich falsch. Er bückte sich und löste meine Fußfesseln.

 

Das wunderte mich nun doch, immerhin ist er ja so ein räudiger Straßenköter im Armani-Anzug.

 

Wie er da so vor mir kniete, überlegte ich mir, wieder einmal, welche Möglichkeit die schnellste war, ihn zu töten. Selbst wenn er in einer solchen demütigen Position war, stach sein unheimliches Selbstbewusstsein gerade so heraus.

 

Und damit hatte ich auch schon seine Schwachstelle gefunden. Beziehungsweise, ich hoffte, dass sie es war.

 

Ich ließ mir auch die Hände von den lästigen Stricken befreien. Als ich endlich wieder meine lang ersehnte Freiheit zurück hatte, schob ich mit einem Ruck den Stuhl so weit wie möglich von ihm weg. Ich konnte in seinen Augen die Verwirrung gerade zu herauslesen. Doch anstatt aufzustehen, blieb er wie gebannt auf dem Boden.

 

Langsam hob ich das eine Bein und legte es galant über das Andere. Dann hob ich meine Hand und zog ohne mit der Wimper zu zucken das gelbe Klebband ab. Natürlich flirtete ich ihn mit meinem Blick so richtig an.

 

Als ich so sexy wie möglich versuchte aufzustehen, dabei öffnete ich die obersten Knöpfe meiner Weste, sah ich ihn fast schon entsetzt schlucken. Gut so. So gefiel mir das. Er fraß mir jetzt schon fast aus der Hand.

 

Mit den Hüften schwingend bewegte ich mich auf ihn zu. Meine Weste streifte ich, natürlich nachdem ich alles aufgeknöpft hatte, dabei ab und legte sie auf den Tisch.

 

Wie er da so vor mir kniete, hilflos meinen weiblichen Reizen ausgeliefert, tat er mir fast ein wenig leid. Aber eben nur fast.

 

Ich beugte mich nach vorne, streifte mit meinen vom Klebband rauen Lippen an seiner Wange entlang, bis ich an seinem Ohr ankam.

 

Dabei bemerkte ich mal so eben nebenbei, dass er ziemlich schnell zu atmen schien. Ob ich ihm wirklich so zu setzte? Egal, darum wollte ich mich nun wirklich nicht auch noch kümmern. Oder, zu mindestens nur ein kleiner, ganz kleiner Teil von mir.

 

Sanft blies ich ihm meinen Atem in den Nacken. Während ich ihn so ablenkte, damit er nicht bemerkte, wie ich an seiner Hose rumfummelte, sah ich nicht die Gänsehaut, die in einem leichten Film über seinen Nacken zog.

 

„Ich arbeite grundsätzlich immer alleine!“ hauchte ich ihm ins Ohr. Schnell lies ich den Gegenstand verschwinden, dem ich ihm vorhin noch abgenommen hatte. Lächelnd richtete ich mich wieder auf.

 

„Merk dir das!“ nicht nur meine Tonlage änderte sich, auch meine Körperhaltung war nun wieder straff, gerade und vor allem mein Blick wurde ausdruckslos. Ich hob meine rechte Hand.

 

Klatsch!

 

                                                               ~oo~oo~oo~oo~

 

Mich wunderte doch, dass er das echt nicht vorhergesehen hatte. Ich meine, immerhin ist er ein Doppelnullagent.

 

Aber ich hatte keine Zeit mich weiter damit zu beschäftigen. Seine wütenden Schreie drangen bis zu mir durch. Ich hatte mich nicht wirklich darauf konzentriert, dass ich möglichst versteckt blieb, deswegen verfolgten mich jetzt auch zwei Soldatentruppen.

 

„FANGT SIE EIN!“

 

Toll, gggaaannzzz toll!

 

Jetzt war mit Sicherheit der gesamte Stützpunkt hinter mir her. Also lief ich weiter, flitzte um die nächste Ecke, rammte einen weiteren Unteroffizier, der Gott sei Dank nicht so schnell reagieren konnte, wie ich auch schon wieder weiter rannte.

 

Ich glaubte schon beinahe mich verirrt zu haben, kein Wunder, bei so vielen verschiedenen Gängen, als ich endlich diese blöde Metalltür erreichte. Mit einem letzten Sprung war ich bei ihr. Die Hand hatte ich schon zur Türklinke ausgesteckt. Murphy meinte es aber leider ein klein wenig anders als ich.

 

Klong!!

 

Meine Hand erwischte leider nicht die Klinke und ich knallte folglich gegen das Metall. Es tat nur ein bisschen weh, nicht wirklich der Rede werde, aber mein Vorsprung, der durch die kurze Benommenheit meinerseits schrumpfte, wurde mir zu heiß.

 

Auch auf das Risiko hin, von den Pfeilen im Vorgarten dieses Gebäudes durchlöchert zu werden, riss ich die Tür einfach auf und nahm meine Beine in die Hand.

 

 

                                                               ~oo~oo~oo~oo~

 

Faszinierend.

 

Murphy war wohl mal endlich auf meiner Seite. Ich schaffte es doch tatsächlich heil und unbeschadet bis zum Zaun vorzudringen und dann auch noch an meinem noch hängenden Seil hochzuklettern und zu meinem Auto zu kommen. (Man bedenke, dass mich mindestens zwei Dutzend Patrouillen verfolgten und ein Geheimagent)

 

Bei meinen wunderschönen Auto angekommen zog ich schnell meine Schlüssel, lies das leise Klicken beim Öffnen der Türen noch nicht einmal zu Ende hallen, als ich auch schon leicht hektisch die Fahrertür aufriss.

 

Inzwischen bemerkte ich unglücklicherweise im Rückspiegel, dass sich das Gatter beunruhigend schnell öffnete. Außerdem ertönte ein summendes Motorengeräusch.

 

Ich glaube wenn ich nicht so beschäftigt damit wäre, meine Tür zu schließen und gleichzeitig zu versuchen, meine Armaturenbrett zu öffnen, wäre ich schon längst in Panik ausgebrochen.

 

So schloss ich die Tür krachend, was mir natürlich in der Seele wehtat, sah die Zahlentastatur an und verfluchte, dass ich einen Zündcode hatte. Nachdem ich zwei Versuche brauchte, bevor mein Motor das mir so vertraute und geliebte Brummen von sich gab und ich nun zu allem Übel, im Rückspiegel ein rotes Auto heran nahen sah, kam mir nur ein Gedanke.

 

PANIK!!

 

Ich trat mein Gaspedal bis zum Anschlag durch. Ein quietschendes Geräusch und noch mehr Spritzer die mein Auto beschmutzten später, fuhr ich dem dunkelrotem Auto hinter mir eiligst davon.

 

                                                               ~oo~oo~oo~oo~

 

„Du wusstest, dass es so kommen wird!“

 

„hmpf!!!“

 

„Du wusstest, dass ich dich nicht unbestraft davon kommen lassen würde!“

 

„hmpf!!!“

 

„Ich meine, so etwas kann ich doch nicht tun!“

 

„hmpf!!“

 

„Immerhin hast du mich geohrfeigt, mir meine Waffe geklaut und hast doch tatsächlich die Dreistigkeit besessen, danach zu flüchten!“

 

„hmpf!!“

 

„Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt gekommen, etwas zu deiner Verteidigung zu sagen!“

 

„hmpf!!“

 

„Aha! So etwas hab ich mir schon gedacht!“

 

Ich konnte es nicht fassen. Zum zweiten Mal an diesem Tag lag ich vor ihm, zum zweite Mal am Tag von seinem Körper festgehalten, zum zweiten Mal am Tag geknebelt von ihm und zum zweiten Mal am Tag BLIES ER MIR SEINEN VERDAMMTEN ATEM INS OHR.

 

Gebückt über der Motorhaube meines Autos lag oder vielmehr stand ich vor ihm. Auf einer Landstraße. Im Nirgendwo. Ganz einsam und verlassen. Ich wusste doch, dass dieser Tag nur noch schlimmer werden konnte.

 

Der Blonde Teufel nahm fast schon brutal meine zwei Hände in seine Rechte. Strich mit seiner Linken an meinem Rücken, der durch mangelnde Weste nur noch von einem türkisen gerippten Top verdeckt wurde, entlang. Seine Beine schob er mit stetigem Druck immer weiter zwischen meine. Ein Zischen von meiner Seite und ein leises Lachen von Seiner.

 

Mit seiner Hand bei meinem braunem Gürtel angekommen, schob er das Endstück meines Oberteiles in die Höhe. Noch mehr von meiner Haut kam dadurch zum Vorschein. Vorsichtig fast schon sanft strich er an meiner Wirbelsäule ein Stück wieder hinab, bis er zu der Pistole kam.

 

Langsam zog er sie aus meiner Hose hinaus. Ich knurrte.

 

„Du bist doch kein Wolf.“

 

„Das hast du gut erkannt, denn wenn ich einer wäre, hätte ich dich schon längst in Stücke gerissen. Und jetzt nimm verdammt noch mal deine Griffel aus meiner Hose!“ Drohte ich ihm und drehte meinen Kopf und Oberkörper so gut es ging, damit ich ihn böse anfunkeln konnte.

 

Er stieß mich darauf hin wieder zurück auf meine Motorhaube. Sollte ich ihm nachhinein feststellen, dass mein Auto auch nur einen Kratzer haben sollten, werde ich meine Drohung in die Tat umsetzten. Allerdings würde ich ihn nicht in Stücke zerreißen. Und schon gar nicht in der Nähe von meinem Auto. Das würde nur unerwünschte Flecken geben. Ich würde ihn mit in ein Waldstück zerren, dann fesseln und knebeln, ihm dabei MEINEM Atem ins Ohr blasen und dann in Stücke zerreißen. Aber was machte ich dann mit der zerstückelten Leiche?

 

Wie ich da so auf der Motorhaube lag, und über die Art und Weiße wie ich James Bond töten sollte nachdachte, bemerkte ich ein entferntes leises Brummen. Nach dem ich die Geräuschursache identifizierte, konnte ich mir ein leises Lachen nicht verkneifen.

 

„Was ist denn so lustig?“ fragte er mich.

 

Ich antwortete ihm nicht.

 

„Sag schon!“ Dies war eher ein Befehl als eine Frage.

 

Ich blieb jedoch immer noch stumm und lächelte vor mich hin.

 

„Sprich!“ er drückte mir den Pistolenlauf an meine Schläfe.

 

„Jetzt wirst aber du gewalttätig.“

 

Pause.

 

Irgendwie stand er nur so hinter mir, die Pistole immer noch an derselben Stelle und meine Hände auf dem Rücken von ihm festgehalten. Dann wurde der Druck auf meiner Schläfe leichter, bis er ganz verschwand. Ich wusste ja nicht, dass er die herannahende Militärkolonne nun ebenfalls gehört hatte.

 

„Ich sehe ja, dass du von Mode nicht viel verstehst, aber eventuell ist dir schon aufgefallen, dass wir Sommer habe. Also, was ist deine Erklärung hierfür?“

 

Mit allem hätte ich jetzt gerechnet, aber nicht, dass er DAS anspricht. Vor allem, dass ihm das aufgefallen ist.

 

„Gehört zum Outfit dazu!“ antwortete ich brummend und wollte mich ein weiteres Mal windend von ihm befreien. Er jedoch strich meine Arme mit der Hand entlang, in der er die Pistole noch hatte und wollte schon das Ende der langen Handschuhe hochheben. Ich ließ ihn jedoch nicht.

 

Blitzschnell legte ich mich so weit wie möglich auf mein Auto und drehte meine Hände befreiend aus seinem Griff heraus. Als ich die Hände wieder für meine eigenen Zwecke benutzen konnte, schob ich sie unter meinem Oberkörper und drückte mich kräftig von meiner Motorhaube ab. Handstand auf meinem Auto und eine halbe Drehung später stand ich ihm, mit meinem fahrbaren Untersatz dazwischen, gegenüber. Nun konnte ich ihm endlich wieder in die Augen sehen. Er sah mich entgeistert und doch gleichzeitig ein wenig bewundernd an.

 

„Tja, das hättest du jetzt nicht gedacht oder?“ schmunzelte ich leise fragend.

 

„Nein.“ War die monotone Antwort von ihm. Damit wollte er schon um den Wagen herum gehen, doch ein Geräusch von Autobremsen ließ uns gleichzeitig aufschauen.

 

Endlich hielten auch die Fahrzeuge der Armee vor uns. Ich ließ schon fast erleichtert die Luft aus meinen Lungen. So habe ich mich schon lange nicht mehr gefreut, die grün getarnten Bodentruppen zu sehen. Die Tür des ersten Wagens ging mit Schwung auf und ich verfluchte einmal wieder Murphy.

 

„C.J.! FRÄULEIN WAS DENKST DU EIGENTLICH, WER DU BIST!“ eigentlich war das nicht wirklich eine Frage, nein, es war WIRKLICH keine Frage, aber mein Mund war halt wieder einmal schneller als mein Gehirn.

 

„Deine Nichte!“ sagte ich nüchtern und konnte förmlich den Kiefer von Bond auf den Teer krachen hören.

23.10.13 20:21, kommentieren

Kapitel 1

 

Ich wusste doch, dass an diesem Tag etwas faul war. Schon allein, wie der Morgen begann, konnte der Tag nur noch schlimmer werden...

 

Leises Vogelgezwitscher kam vom Park gegenüber. Die frische Herbstluft wehte mir um die Nase. Merkwürdighausen lag wie immer noch friedlich schlafend an diesem Montagmorgen. Hach, war die Welt nicht schön.

 

„KKKYYRRAA!!!“

Ein Schrei gefolgt von einem dumpfen Schlag störte diese so idyllische Ruhe.

 

„KKKYYRRAA!!!!!“ schrie wieder jemand die Wendeltreppe hinauf.

 

Fußgetrampel gefolgt von einem weiteren dumpfen Schlag folgte.

 

„KKKYY…“

 

„WWWWWWWAAAAASSSSSSSSSS!!!!“ War der leicht angespannte Rückruf von mir an meine WG-Mitbewohnerin.

 

Ein dreckiges Lachen entkam ihr, bevor sie zu mir sagte: „Ach nichts.“ Flötete sie mir fröhlich entgegen. „Ich wollte dir nur sagen, dass ich jetzt in die Uni gehe!“

 

Damit ging sie pfeifend aus unserer Wohnungstüre hinaus. Oh, wie ich das hasse, wenn sie das macht und das an meinem freien Tag. Das wird noch ein bitteres Nachspiel haben.

 

Ich schmiss ihr meine schwarze Satindecke hinterher. Da sie aber schon längst aus der Tür verschwunden war und die Decke der Schwerkraft nicht wiederstand, fiel sie direkt vor meinen Füssen wieder zu Boden, wo ich mich auch gleich heute zum dritten Mal in ihr verfing und zu Boden stürzte.

 

Ja, die Welt war wirklich in Ordnung. So ein Tag konnte doch nur noch Schlimmer werden.

 

                                                      ~ oo ~ oo ~ oo ~ oo ~

 

„Toll, ganz toll!“ murmelte ich vor mich hin.

 

Nachdem ich in der Früh (man bemerke, es war gerade einmal 7 Uhr) schon dreimal Bekanntschaft mit dem Boden gemacht hatte, konnte ich nun wirklich nicht mehr ans Schlafen denken. Also ging ich ins Bad, duschte und tat das, was man sonst noch so in der Früh im Bad machte. Danach trank ich erst mal eine große Tasse schwarzen dampfenden Kaffee. Hach, dieses süße Gebräu weckte doch immer wieder die schönsten Gefühle in mir wach.

 

Ich wollte gerade den ersten Schluck von meinem heißgeliebten Getränk machen, als...

 

Surr, Surr, Surr...

 

Ich hasste dieses Geräusch und jetzt noch mehr, da es mich an meinen doch wohl verdienten Kaffee gestört hatte.

 

Surr, Surr, Surr....

 

Leider konnte ich dieses schreckliche Geräusch auch nicht weiter ignorieren. Auch wenn ich, in meinem alten Wippsessel, noch so taub tat. Also stellte ich meine Tasse ganz unberührt neben mich auf den kleinen Tisch in meinem Zimmer und ging zu meinem hölzernen Nachtkästchen.

 

Surr, Surr, Surr....

 

Irgendwie kam es mir so vor, als würde das Summen lauter werden. Noch zögerte ich kurz, bevor ich mich hinunterbückte und den untersten von drei Schüben öffnete. Ein schwarzer Pager war in diesem. Das leise vibrieren war nun tatsächlich etwas lauter als vorher.

 

„hmh..“ seufzte ich. „Ihr habt euch lange nicht mehr gemeldet.“ Murmelte ich vor mich hin.

 

Ich sah noch mal auf den Display meines Pagers, doch die Buchstaben wurden trotzdem keine anderen.

 

C.R. C.J.

 

Konnte die eigentlich nicht einmal ohne mich überleben. Oh, wie ich das hasse. Mit diesem Gedanken zog ich mich missmutig um. Ja, so ein Tag hatte mir in meiner Sammlung von schlechten Tagen noch gefehlt.

 

Da stand ich nun. Vor dem Stacheldrahtzaun, vor dem riesigen Gebäude, abgelegen in einem Hinter Wäldchen, wo es noch nicht einmal die Wölfe zum Sterben hinziehen würde.

 

Man könnte von meinem Gesichtsausdruck sagen, dass ich nicht mehr ganz bester Laune war. Nicht nur das der Pager, der immer noch wie ein Verrückter an meiner Jeans vibrierte, (wenigstens war das nerv tötende Geräusch weg) nein, mein Auto, mein wunderschönes, tolles, elegantes, immer sauberes Auto, war dreckig geworden. Natürlich führte keine Straße zu diesem abgelegen Ort, ich meine, die da drinnen sind ja gut geschützt und außerdem, wozu muss man den immer alles geheim halten. Wäre ja viel zu stressig. Sind ja alle viel zu beschäftigt. So beschäftig, dass noch nicht mal einer mir das Tor aufmachen kann. Immerhin, habe ich doch höflich geklingelt, in Form von monotonem Klopfen.

 

Aber das wäre ja alles nicht so schlimm, wenn nicht mein Auto jetzt so einen hässlichen großen Spritzer auf der Motorhaube hätte. Hey, ich war erst letzten Monat in der Waschanlage.

 

Ja, man konnte sage, ich war nicht nur leicht sauer, ich war angepisst.

 

Ein weiteres Mal seufzte ich genervt auf und sah nach oben, direkt in die Kamera.

 

„Hhhaaalllooohhhooo!!“ rief ich und winkte in die Richtung der Linse.

 

„Hmpf. Toll, gggannnzz toll! Ihr wolltet das ich kommen, gut ich dann komme ich eben.“

 

Damit zeichnete sich auf meinem verärgerten Gesicht ein breites Lächeln ab und ich ging zurück zu meinem Auto. Habe ich eigentlich schon gesagt dass ich mein Auto liebe. Zärtlich strich ich an der Mauriziusblauen Tür entlang. Ein leiser Klick ertönte und ich öffnete mit Schwung die Tür nach oben. Ich setzte mich auf den Fahrerstuhl und steckte den Schlüssel in das Armaturenbrett in der Mitte, in die dafür vorgesehene Ritze.

 

Mit einem leisen zirpen schob sich das obere Plastikstück zur Seite und gab eine Zahlentastatur frei. Ich tippte in einer Bestimmten Reihenfolge den Code, dann griff ich vor meinen Beifahrersitz. Ich nahm meinen silbernen Laptop heraus, klappte ihn auf, gab mein Passwort ein, öffnete ein Fenster, startete ein Programm und legte ihn offen neben mich hin.

 

Nachdem ich mir einige weiter Utensilien aus meinem Handschuhfach genommen habe, schloss ich mit einem weiteren Code wieder die Zahlentastatur, zog den Schlüssen, stieg aus und schob die Tür wieder in die Richtige Position. Noch ein letzter Streichler für mein Auto, der Dreimillimeter große Fleck auf meiner Windschutzscheibe war wirklich hässlich, dann ging ich auch schon wieder auf den Zaun zu.

 

Ich zog noch schnell meine fingerlosen, schwarzen, langen Lederhandschuhe an, rückte meine Jeans zurecht und hob die Armbrust vom Boden auf. Sorgfältig platzierte ich den Schuss, der natürlich zielgenau traf. Am Ende des linken Pfostens ragte nun ein dicker Stahlpfeil empor, der mit einem Seil, das bis zu mir reichte, verbunden war.

 

Achtlos schmiss ich die Armbrust neben mich und machte mich daran, an dem Seil hoch zu klettern.

 

Nach leichten anfänglichen Schwierigkeiten (Ich rutschte an dem Tor ab und bin ins Gras gefallen) war ich nun doch mit einem eleganten Sprung (oben angelangt wollte ich herunterklettern und bin ebenfalls ausgerutscht, mir tut jetzt der Arsch weh, so sieht´s aus) sicher am Boden gelandet.

 

Peep, Peep, Peep...

 

Wie von der Tarantel gestochen sprang ich auf. „Ach nö, der Alarm ist losgegangen. So ein Mist, Mist!“

 

Ich sprintete los. Gerade noch rechtzeitig kam ich an der schweren Metalltür an, bevor kleine Geschosse durch die Luft wirbelten.

 

Leicht gehetzt zog ich mein allzeit bewährtes Schweizer Taschenmesser. Mit ein wenig drücken und ziehen hatte ich den Sicherungskasten aufgestemmt. Nun hingen mir jede Menge Kabel entgegen. Ich versuchte mich zu beeilen, zerschnitt ein rotes, steckte es mit an mein Taschenmesser an, knotete es mit dem anderen zusammen und schloss wieder das kleine Türchen. Nun tippte ich schnell eine Achtstellige Nummer ein und siehe da, die Tür sprang auf. Schnell steckte ich einen Fuß zwischen Tür und Angel und öffnete wieder das Kästchen, zog achtlos einfach meinen Stick heraus und schlüpfte durch die offene Tür hindurch.

 

Beeilung war jetzt angesagt, immerhin waren hier jede Menge Sondereinheiten unterwegs, die mich lieber nicht in die Finger bekommen sollten. Ein hämisches Grinsen zog über mein Gesicht.

 

Das würde sie nicht, niemals, das ist ihnen bis jetzt noch nie gelungen.

 

                                                   ~ oo ~ oo ~oo ~ oo~

 

„Wie konnte jemand HIER in DIESE Zentrale EINDRINGEN!“ Eine ältere Frau mit schon weißem Haar bellte die Offiziere vor sich an.

 

„Das weiß ich nicht M`am, ich kann es mir nicht erklären.“ Versuchte der stocksteif stehende Major sich zu rechtfertigen.

 

„Dann finden Sie eine!“ brüllte sie weiter und etwas leiser fügte sie hinzu. „Ich kann es nicht glauben.“ Sie fasste sich an die Stirn.

 

Die Soldaten marschierten derweil aufgeregt wieder zurück um den Übeltäter, der in die Zentrale eingedrungen war, zu fassen.

 

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Im Gleichschritt und mit gezogenen Waffen liefen sie durch die fielen Gänge des Gebäudes.

 

„Hier ist niemand, Sir!“ erstatte ein Unteroffizier, dem Captain vor sich Bericht.

 

„Gut, dann kommen Sie weiter!“ gab dieser als nächsten Befehl. Damit drehten sich beide um und gingen um die nächste Ecke.

 

Langsam hob ich das Gitter von Abzugsschacht auf, damit ich aus diesem wieder aussteigen konnte. Obwohl ich mir wirklich vorgenommen habe keinen Laut von mir zu geben, bis ich eine bestimmte Person vor mir hatte, musste ich doch jetzt leise Kichern. Ich konnte es mir einfach nicht verkneifen.

 

Das war jetzt schon die dritte Patrouille, die mich nicht bemerkt hatte, irgendwann wurde es auch mal für mich einfach zu komisch. Ich räusperte mich leise und ging dann weiter meinen Weg entlang, vorbei an noch zwei weiteren Soldatengruppen.


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Nachdem ich, mit einigen Umwegen, kurz vor meinem Ziel war, wunderte ich mich, ob nicht doch etwas faul war.

 

Wie ich also so überlegte, schritt ich langsam weiter den weißen Flur entlang. Die seltsamen kargen Wände haben mich schon immer gestört. Sie waren so, so, so .... seltsam halt.

 

So abartig steril gehalten, aber die waren jetzt mein geringstes Problem. Ich kam meinem Ziel immer näher. Noch eine Kurve und ich würde das Büro erreichen.

 

Es war schon komisch, es stand nie, aber auch wirklich nie ein Wachposten vor dem Büro und dabei war Sie doch die Chefin dieses Clans. Komisch.

 

Ich ging also weiter, natürlich immer noch vorsichtig, Richtung Büro. Ich hatte mir schon den ganzen Weg über Gedanken gemacht, wie ich Sie den begrüßen sollte. Geeinigt hatte ich mich auf die üblichen Floskeln, die ich immer zu ihr sagte, wen ich mal wieder in das Gebäude eingedrungen war.

 

Also ging ich mit einem strahlenden Lächeln zu der weißen Tür, auf der ein großes M ragte und stieß sie auf.

 

„Halli, Hallo ...“ ich stockte mitten in meiner Begrüßung. Nicht eine Frau saß vor mir auf dem Schreibtisch, sondern ein Mann. Ein sehr gutaussehender Mann. Er hatte blondes kurzes Haar, ein markantes ausdrucksloses Gesicht und stechend klare blaue Augen. Er trug einen schwarzen Anzug mit weißem Hemd, schwarzer Krawatte und hatte die Füße auf dem Tisch. Aber das beunruhigende war, das er eine Waffe auf mich gerichtet hatte.

 

„Ähhhh..?“ war mein äußerst geistreiches und gut überlegtes Kommentar zu dieser Situation.

 

„Ich glaube treffender wäre eher, ´Oh, Scheiße`, Variationen sind natürlich möglich, aber so kannst du deine Situation natürlich auch beschreiben, wenn dein Vokabular nicht so viele Konsonanten und Vokale hergibt!“ Sprach er mit seiner tiefen männlichen Stimme. Er sprach genau meine Situation an.

 

Ich mochte ihn schon jetzt nicht.

 

„Mein VOKABULAR ist ausreichend um dich zum heulen zu bringe du Idiot! Wer bist du überhaupt und was machst du in diesem Zimmer?“ war meine sarkastische Antwort darauf. Ich verschränkte die Arme unter meiner Brust und stellte mich aufbauend vor ihm hin. So leicht sollte er es doch nicht bei mir haben. Auch wenn er immer noch die Waffe auf mich gerichtet hatte.

 

„Gleich zwei Fragen auf einmal, ist das nicht unhöflich, wenn man irgendwo einbricht?“

 

Häh, was sollte das jetzt und dann grinst dieser Idiot auch noch so blöd. Nein, ich mochte ihn wirklich nicht. Aber wenigstens legte er seine Pistole jetzt weg, das war doch etwas beruhigender. Nicht das mein Herzschlag sich jemals beschleunigt hätte. Ne, nur vielleicht so um zwanzig bis dreißig Schläge.

 

„Dann zeig doch mal was du so drauf hast.“ Er schwang die Beine vom Tisch und stand aus dem schwarzen Ledersessel auf.

 

„Häh..?“

 

Er grinste wieder so sau doof. „Ich glaube wir sollten wirklich an deinem Wortschatz etwas arbeiten. Also, sprich mir nach, wir fangen bei den grundlegenden Dingen an. A B C D ...“

 

Jetzt reicht es. Das bedeutet KRIEG!!

 

Ich sprang schnell auf diesen Kerl zu, der mir unhöflicher weiße immer noch nicht gesagt hatte, wer er war. Ein weiterer Minuspunkt auf meiner Richterskala. Aber ich musste zugeben, er hat gute Reflexe, denn meinem ersten Schlag von rechts ist er elegant ausgewichen.

 

Und damit ging sein Punkteglas immer weiter gen einfrieren.

 

„Oh ha, nicht mit Worten aber mit Fäusten können wir mit einander kommunizieren.“

 

Oh, er machte mich wirklich wütend und dieses Lachen. Ich kämpfte nun mit all meinen möglichen Mittel, hieß, mit Händen und Füßen. Er hatte Mühe jeden meiner doch so perfekt angesetzten Schläge zu parieren. Allerdings machte er keine große Anstalt sich aktiv zu wehren.

 

So etwas hasste ich, auch wenn ich eine Frau war, ich konnte verdammt noch mal kämpfen und das gut. Das sah man auch an dem nächsten Hieb, den ich austeilte.

 

Ich traf ihn Mitten in die Fresse.

 

Crm.

 

Tschuldigung, aber es war nun mal so.

 

„Hey!“ rief er und hielt sich die Hand unter die Nase.

 

Och, blutet der Arme etwa. Na warte, du wirst gleich noch mehr bluten. Mit einem Fußkick wollte ich ihn einen weiteren Tritt ins Gesicht verpassen. Doch ich hatte wohl die Rechnung da ohne ihn gemacht. Nun, Fehler passieren auch mir. Außerdem war ich abgelenkt von seinem guten Aussehen.

 

Er packte meinen rechten Fuß in der Luft und drehte ihn schmerzhaft in die andere Richtung.

 

„Ahh....“ entkam mir, als ich auch schon heute zum vierten mal den Boden küsste. Ich konnte mich gerade noch mit den Händen abstützen und wollte mich daraufhin schwungvoll wieder abstoßen, als ich am Kragen meiner Weste gepackt und heftig nach oben gegen seine Brust gerissen wurde.

 

Zischend ließ ich vor Schreck meine gesamte Luft aus den Lungen.

 

„Du gefällst mir!“ Sein Atem streifte mein Ohr und er setzte einen fast schon brutalen Kuss auf meinen nackten Hals.

 

Der Schauer der mir damals schon über den Rücken lief, war mir nicht bewusst, damals noch nicht...

 

Bevor er etwas tun konnte, geschweige denn reagieren trat ich ihn mit meinem gesamten Gewicht auf den Fuß und rammte ihm meinen Ellenbogen in den Magen.

 

Er lies mich daraufhin keuchend los und ich hatte genug Zeit mich umzudrehen und ihm dieses mal ohne Störung einen weiteren Fußkick zu verpassen.

 

Jawohl, jaha, der hat gesessen. Er wankte einmal kurz.

 

Plötzlich sah er mich mit stechenden Blick an. Sein überhebliches Grinsen war verschwunden und ein anderer Ausdruck machte an seiner Stelle Platz. Eine Mischung aus Wut und … ich kanns gar nicht glauben, der Freute sich doch tatsächlich.

 

„Jetzt ist aber Schluss mit dem Spielchen!“

 

Pähh, als ob ich spielen würde, er ist hier doch derjenige, der mich verhohnepiepelt. Ihm werde ich es zeigen, der kann sich auf was gefasst machen.

 

Leider konnte er sich auf nichts gefasst machen, denn sobald ich die rechte Hand wieder zum Schlag ausholen wollte, fing er sie ab, drehte sie mir auf den Rücken und nagelte mich mit seinem Oberkörper auf dem Schreibtisch fest.

 

Toll,….gggggaaaannnnzzzzz toll!!

 

„Wolltes du nicht meinen Namen wissen Kleine?“ seine raue Stimme riss mich aus meiner Überlegung, auf welche Weise ich ihn umbringen und vor allem, wo ich seine Leiche später verstecke sollte.

 

„Jetzt will ich das auch nicht mehr wissen du Idiot!“ schnarrte ich verärgert.

 

Ich hörte ein leises Lachen hinter mir. Hab ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass ich ihn nicht leiden konnte? Nicht? Gut!

 

Ich bemerkte, wie er sich hinter, bzw. auf mir bewegte. Ein ungutes Gefühl beschlich mich und ich sollte Recht behalten.

 

Keine Ahnung wie, oder besser gesagt woher er so schnell einen Knebel und Fessel herbekommen hatte. Doch auf einmal saß ich mit einem gelben Klebeband auf den Lippen und einem Seil um meine Hände und Füße auf dem Bürostuhl fest.

 

So ein Mist, Mist! Ich hasse ihn wirklich aus tiefstem Herzen.

 

Sein Gesicht näherte sich dem meinem bedrohlich. Aus Reflex wollte ich zurückweiche, ging aber nicht, da ich ja gefesselt war.

 

Nur noch Millimeter trennten seine leicht geöffneten Lippen von meinem zugeklebten Mund.

 

„Meine Name ist Bond, James Bond “ damit drückte er mir einen Kuss auf meine Nasespitze.

 

Ich wusste doch, dass so ein Tag nur noch schlimmer werden konnte.

 

 

23.10.13 16:49, kommentieren